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(2019) Handbuch Erkenntnistheorie, Dordrecht, Springer.
Unter Introspektion versteht man das Vermögen, Wissen über die eigenen gegenwärtigen geistigen Zustände zu erlangen, ohne sich dabei auf andere Quellen des Wissens, wie etwa auf die Sinneserfahrung oder das Zeugnis anderer, stützen zu müssen. Obwohl der Ausdruck ›Introspektion‹ nahelegt, dass es sich bei jenem Vermögen um eine auf den eigenen Geist gerichtete Wahrnehmung handelt, kann diese Erläuterung keineswegs als ausgemacht gelten. Denn viele Philosophen bestreiten die Existenz einer inneren Wahrnehmung, stellen die Existenz der Introspektion jedoch nicht in Abrede. Der Begriff der Introspektion sollte daher in einem neutralen, nicht auf das Bild einer inneren Wahrnehmung verpflichtenden Sinne verstanden werden.
Publication details
DOI: 10.1007/978-3-476-04632-1_17
Full citation:
Barz, W. (2019)., Introspektion, in M. Grajner & G. Melchior (Hrsg.), Handbuch Erkenntnistheorie, Dordrecht, Springer, pp. 129-135.
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